Bericht über das Arbeitsgruppentreffen GS Kunst in Berlin

von ULRIKE DETTERMANN

Um mehr effektive Arbeitszeit zu haben, traf sich die AG Grundschule bereits am Freitag, 18.01.2019 in Berlin und tagte bis Sonntag, 20.01.2019. Stephan Wahner, der Organisator des Treffens, hatte den Tagungsraum seiner Schule in Berlin Pankow zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Prof. Oliver Reuter, leitete die Tagung und moderierte. Zunächst wurde das Protokoll von 2018 einstimmig abgenommen. Es folgten Berichte von der HV 2018 und der Herbstversammlung 2018, um alle Tagungsmitglieder anschlussfähig zu machen. Berichte aus den Bundesländern, die danach gegeben wurden, stimmen weiterhin besorgt, wird doch flächendeckend von nicht ausgebildeten (Kunst)Lehrern gesprochen, Kürzungen, die im Kunstunterricht vorgenommen werden, von nicht vorhandenen bzw. qualitativ nicht kontrollierten Fortbildungen und Kürzungen im Vorbereitungsdienst – und das im Angesicht des Lehrermangels.

Der in der letzten Arbeitsgruppentagung verfasste Brief, in dem es um die Notwendigkeit, Absicherung und Qualität von Fortbildungen für Kunstlehrer ging, wurde an die jeweiligen Ansprechpartner und weitere involvierte Personen der Länder in 120 Exemplaren verschickt. Die Antwortschreiben, die Oliver Reuter nun in den Händen hielt, waren in ihrer Gänze nicht nur in kaum wahrnehmbarer Anzahl vorhanden, sondern zeichneten auch ein heterogenes Bild von Gleichmut. Es soll dabei nicht verschwiegen werden, dass durchaus zum Ausdruck kam, die Ansicht über eine dringende Notwendigkeit von qualifizierten Fachfortbildungen für den Kunstunterricht zu teilen, doch seien die Möglichkeiten begrenzt, bzw. könnten Zertifikatskurse nicht angeboten, weil sie nicht nachgefragt werden. Außerdem würden Gelder schon für Sport und Musik benötigt. Alles in allem recht ernüchternd, doch für die Gruppe ein Anlass, weiter dran zu bleiben.

Den nächsten großen Schwerpunkt bildete der Auftritt der AG Grundschule auf der Homepage. Seitenaufrufe und angefragte Schwerpunkte wurden von Oliver Reuter zusammengetragen – Anlass der Reflexion und der Veränderung bzw. Differenzierung. So werden Verlinkungen auf einschlägigen Seiten angestrebt. Besprochen wurde, welche AutorInnen in Frage kommen, um Originaltexte für diese Seiten zu verfassen, damit inhaltlich noch mehr in die Tiefe gegangen werden kann. Aktuelle Veranstaltungen sollen auf der Homepage aufgenommen und die Adresse der Homepage auf der Seite des Referates ersichtlich werden. Es wird angedacht, die frühkindliche ästhetische Bildung unter www.fruehebildung.com erreichen zu können.

Als neuen Arbeitsschwerpunkt nimmt die AG die digitale Bildung im Kunstunterricht der Grundschule in den Fokus. Dimensionen, die diesen Schwerpunkt berühren, wurden aufgelistet sowie inhaltliche Schwerpunkte diesen Dimensionen zugeordnet. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, sich in Sichtweisen, Haltungen und Visionen auszutauschen, Schnittmengen und Parallelen zu finden, um auf inhaltlicher Ebene weiter arbeiten zu können, die aktuelle Situation des Kunstunterrichtes nicht außer Acht lassend. In diesem Sinne wurden wieder „Hausaufgaben“ verteilt, die ein gutes Fortkommen am jetzigen Arbeitsschwerpunkt gewährleisten und zum Termin des neuen Meetings in einem Jahr die Arbeitsgrundlage sein werden.

 


Bericht über das Arbeitsgruppentreffen GS Kunst vom 26.01.-28.01.2018 in Augsburg

von ULRIKE DETTERMANN

Die Arbeitsgruppe GS Kunst, bestehend aus 9 Mitgliedern der Bundesländer Niedersachsen, Rheinland Pfalz, Hessen, Bayern, Berlin und Thüringen tagte zu Beginn des Jahres in Augsburg an der Universität, in den Räumen für Kunstpädagogik.

Zu Beginn gaben die Delegierten der Landesverbände Berichte aus ihren Ländern ab, die alles andere als beruhigen. So sind überall der Lehrermangel an den Grundschulen (in Thüringen trotz ausreichender Anzahl an ausgebildeten jungen Lehrerinnen), fachfremd unterrichteter Kunstunterricht, Seiteneinsteiger in den Schuldienst und in Thüringen eine verkürzte Ausbildungszeit im Vorbereitungsdienst auf 12 Monate zu beklagen.

Auf die Kürzung der Ausbildungszeit, die durch einen 3monatigen Prüfungszeitraum ja nicht einmal 12 Monate beträgt, wird aus der Arbeitsgruppe heraus reagiert und ein Schreiben an die Thüringer Landesregierung verfasst.

Weiterhin wurde darüber diskutiert, dass vermehrt Anfragen sowohl ausgebildeter als auch nicht ausgebildeter Kunstlehrerinnen nach qualitativ hochwertigen Fachfortbildungen gestellt werden. Es gibt dabei die Nachfrage nach gut fahrtechnisch und auch zeitlich zu erreichenden Orten und Fortbildungen, die einerseits für nicht ausgebildete Kunstlehrerinnen eine Art fortführender Kurs sein könnten bzw. für ausgebildete Kunstlehrerinnen auf qualitativ hoher Stufe ansetzt und evtl. auch eine Gruppe durch fortführende Kurse weiter qualifizieren kann. Ein regionaler Ansprechpartner von der Art der früheren Fachberater wurde für wünschenswert befunden. Nach gemeinsamen Überlegungen wurde eine Art Handreichung für bundeslandspezifische Ansprechpartner entwickelt, die es leichter macht, Fortbildungsangebote nach deren Qualität zu durchleuchten oder spezielle Anforderungen an Fortbildungen zu benennen. Dieses Papier wird zur nächsten HV vorgestellt, auch mit der Bitte, Ansprechpartner zu benennen. In Thüringen ist dies durch das bestehende Thillm ja keine Hürde.

Argumente zur erforderlichen Professionalisierung von Kunstlehrern und –lehrerinnen wurden besprochen und zurechtgelegt für ein Schreiben an die Ministerien der Länder, welches fertig gestellt und verschickt wurde.

Eine weitere Aufgabe stellte die Homepage (www.bdkgrundschule.com) dar, um deren Weiterentwicklung es als nächstes ging. Bereits publizierte Grundlagentexte, so der Tenor, sollen erweitert werden sowie überregional relevante Veranstaltungshinweise eingearbeitet. Für den Reiter „Kunstunterricht“ wird es neue Unterkategorien, wie „Literatur“ und „frühe Bildung“ geben. Außerdem werden auch Texte zum Download bereitgestellt.

Ein neuer Bearbeitungsschwerpunkt wird der Bildbegriff sein. Zunächst gab es eine lebhafte Diskussion über Bilder schlechthin und die Veränderung des Begriffes in einer sich wandelnden Gesellschaft. Bilder in der Umgebung von Kindern und Bilder in digitalen sowie durch digitale Medien spielten ebenfalls eine starke Rolle im Meinungsaustausch. Dies nimmt sich jeder der Teilnehmer als Aufgabe mit: Einige relevante Beispiele von Bildern in kindlicher Umgebung aufzunehmen zur späteren Reflexion und Weiterarbeit damit.

Zu all den genannten Arbeitsschwerpunkten gab es wieder einige „Hausaufgaben“, die zum nächsten Arbeitsgruppentreffen (künftig einmal jährlich) Grundlage der Diskussion und Arbeit sind.