BDK- Fachverband für Kunstpädagogik Hauptversammlung 2014

Nach einem sonnigen Frühlingsanfang in Thüringen wurden wir als Vertreterinnen unseres BDK-Landesverbandes in Essen mit Nieselregen empfangen. Es lockerte sich dann etwas auf, jedoch entsprach die Wetterlage nach den Arbeitsberichten des Bundesvorstandes und der Landesverbände zum großen Teil der finanziellen Verbandssituation. Durch die allgemeine Preisentwicklung in allen Bereichen, war der Bundesvorstand gezwungen auf Rücklagen zurückzugreifen und Ausgaben teilweise privat zu begleichen. Um in Zukunft als Verband handlungsfähig zu sein, ist es nötig ab 2015 die Mitgliederbeiträge anzupassen. Gleichzeitig wurde über Einsparungen beraten. Dabei stand die Frage im Raum, ob das Kunstförderseminar in Berlin auf Grund der hohen Kosten in der bisherigen Form so beibehalten werden sollte. Die Landesverbände wurden gebeten, sich darüber auszutauschen und ein Votum zum Herbsttreffen abzugeben.

Weiterhin wurde deutlich, dass trotz Stundenkürzungen im Unterrichtsfach Kunst ausgebildete Fachlehrer in allen Bundesländern fehlen. Zum Teil werden Quereinsteiger wie Designer oder Künstler bevorzugt vor ausgebildeten Kunstlehrern eingestellt. Der BDK sucht diesbezüglich den Kontakt zu den Verantwortlichen.

Sonnige Momente waren die Ausführungen der Referate Internationales, Hochschule, Grundschule und Kulturelle Bildung, die beachtliche Arbeitsergebnisse vorweisen konnten. Diese werden teilweise in den BDK-Mitteilungen und auf der Homepage veröffentlicht. So unterstützt eine englische Version der BDK-Homepage die grenzüberschreitende Vernetzung unseres Faches. Unser Verbandslogo wurde für Mobilgeräte überarbeitet und die BDK-Mitteilungen ab 1965 sollen den Mitgliedern auf einer DVD zugänglich gemacht werden.

Sarah-Lisa Graham plant die Einrichtung einer Arbeitsgruppe für die Belange von Kunststudierenden und Referendaren und sucht Mitstreiter. Interessenten melden sich bitte beim Landesvorstand Thüringen.

Es wäre wünschenswert, wenn noch mehr Kunstlehrer dem Verband beitreten würden, um unser Fach aufzuwerten. Veränderungen brauchen starke Partner und persönliches Engagement. Über verschiedene Anreize zur Mitgliederwerbung wurde nachgedacht, z.B. finanzielle Vergünstigungen bei Veranstaltungen.

Ein weiterer Beitrag zu mehr gesellschaftlicher Anerkennung unseres Faches soll eine neu zu gründende Arbeitsgruppe leisten. Diese möchte nach bestimmten Kriterien ein Kunstzertifikat an engagierte Schulen verleihen. Auch hier sind Mitarbeiter erwünscht.

Am Samstag Vormittag wurde in 4 Arbeitsgruppen zu den Themen: Kunstunterricht an der Basis, Kritische Sichtung der Kompetenzorientierung in den Lehrplänen für Kunst, Chancen für den schulischen Kunstunterricht im Rahmen des Programms „Kultur und Schule“ und Qualifikationsprofil der Kunstpädagogen gearbeitet. Im gesamten Bundesgebiet sind ähnliche Probleme sichtbar. Die Personalentwicklung in den neuen Bundesländern scheint die Fehler der alten Bundesländer zu wiederholen. Es ist dringend notwendig, dass junge Lehrer eingestellt werden. Fachfremder Unterricht kann kein Ersatz sein. Die Kollegen werden in zunehmenden Maße mit schwierigeren Unterrichtssituationen konfrontiert. Inklusion muss auch zum Thema im Fachverband werden. Im Vergleich zu anderen Unterrichtsfächern hat das Fach Kunst an Anerkennung verloren. Gemeinsam wurde darüber nachgedacht, wie man diesen Trend stoppen könnte. Ein erster Schritt wäre eine bessere Zusammenarbeit in den Fachkonferenzen verbunden mit gemeinsamen Auftreten für die Kunst bei Schulleitungen und der Öffentlichkeit. Der bundesweite Aktionstag am 21.05.14 soll auch dazu beitragen, den Kunstunterricht stärker ins Bewusstsein zu rufen. Möglichkeiten, um Aufmerksamkeit zu erlangen, wären z.B. Bilder zu verhängen, Plakate und Thesenpapiere auszuhängen unter dem Motto „Deshalb Kunstunterricht“.

Alle Tagungsteilnehmer waren von der guten Organisation des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen angetan. Am Samstag konnten wir den Ruhrpott von seiner angenehmen Seite kennenlernen. Wir statteten dem Folkwang-Museum Essen einen Besuch ab und wandelten durch durch den Industriepark Duisburg-Nord. Die Industriedenkmäler waren sehr beeindruckend. Informelle Gespräche und Wein bereicherten den Abend beim Türken. Nachdem am Sonntag über Verbandsangelegenheiten abgestimmt wurde, machten wir uns motiviert und zufrieden auf den Heimweg.

 

Elke Schneider und Tanja Riese